Pflegereform 2013 - Demenz wird in der Pflegeversicherung jetzt berücksichtigt

Pflegereform 2013

Die staatliche Pflegeversicherung wurde 1994 eingeführt. 2008 gab es eine große Reform, durch die sich die Leistungssätze und die Beiträge erhöht haben. Seit 2013 werden demenzkranke Menschen berücksichtigt. Man wird in die sogenannte Pflegestufe 0 eingestuft und erhält von der gesetzlichen Pflegeversicherung Geld (und zwar in Pflegestufe 0, 1 und 2). Die Pflegeversicherung ist eine Teilabsicherung und man bekommt bei Pflege durch Angehörige 120 Euro pro Monat oder 225 Euro bei Hilfe vom Pflegedienst.

 

Welche Änderungen gibt es bei den Beiträgen?

Das es die Auszahlung der höheren Leistungen nicht umsonst gibt, sollte eigentlich Jedem klar sein. Der Beitragssatz erhöht sich um 0,10 Prozentpunkte auf 2,05%. Angeblich sollen dadurch rund 3,5 Milliarden Euro zusätzlich in die Pflegekassen fließen.

 

Welche Leistung gibt es für Demenzkranke?

  • Pflegestufe 0 bei Laienpflege = 120 Euro im Monat
  • Pflegestufe 0 bei professioneller Pflege = 225 Euro im Monat
  • Pflegestufe 1 mit Demenz, zu Hause mit Pflegegeld / Pflegesachleistung = 305 Euro / 665 Euro im Monat
  • Pflegestufe 2 mit Demenz, zu Hause mit Pflegegeld / Prof. Pflegedienst = 525 Euro / 1.250 Euro im Monat

 

Die Pflege WG und Wohnzuschuss:

Seit Nov. 2012 wurde diese Verbesserung eingeführt. Die Pflege in Wohngemeinschaften soll nun deutlich gefördert und verbessert werden. Wenn eine Hilfskraft eingesetzt wird (z. B. Putzfrau) gibt es für eine Wohngruppe pauschal 200 Euro pro Monat. Einmalig gibt es bei Gründung einer Pflegewohngemeinschaft 2.500 Euro pro Pflegebedürftigen und maximal 10.000 Euro für die ganze WG. Scheinbar handelt es sich hier aber um ein zeitlich begrenztes Projekt, da nur 30 Millionen Euro dafür bereit gestellt worden sind. Zusätzlich gibt es für Wohnumfeld verbessernde Maßnahmen einen Zuschuss von 2.557 Euro; für die gesamte Pflege WG max. 10.228 Euro.

 

Leistungsverbesserungen der Pflegeversicherung

  • In der ambulanten Pflege können Angehörige und Pflegebedürftig nun künftig wählen, ob die Betreuung nach verrichtungsbezogenen Leistungskomplexen (Beispiel: Kleine Morgentoilette mit Waschen, Kämmen und Zähneputzen) erfolgen soll oder nach Zeiteinheiten.
  • Mehr Betreuungskräfte für die Tages- und Nachtpflege in Pflegeeinrichtungen, welche von der Pflegeversicherung finanziert werden.
  • Auch der Einsatz von selbstständigen Pflegekräften, welche bei der häuslichen Pflege eingesetzt werden können (wenn diese sich an den Stand der medizinischen-pflegerischen Leistung halten können).
  • Rentenabsicherung für pflegende Angehörige. Voraussetzung ist jedoch, dass diese mind. 14 Stunden pro Woche die häusliche Pflege übernehmen. Auch ist es erlaubt, mehrere Pflegebedürftige zu pflegen.
  • Bessere Beratung und Pflichten für MDK und Pflegekassen, z. B. müssen Pflegekassen künftig die Angehörigen besser über die Leistungen beraten. Neue Servicegrundsätze für die Pflegekassen und den med. Dienst der Krankenkassen.
  • Schnellere Begutachtung durch den med. Dienst. Die Begutachtung muss innerhalb von vier Wochen übernommen werden und durchgeführt werden. Bei Verzug gibt es für jede weitere begonne Woche eine Vorsorgeleistung in Höhe von 70 Euro.
  • Förderung von Selbsthilfegruppen. Ca. 8 Millionen Euro stehen der Pflegekasse zur Verfügung, damit sich Laien zu Selbsthilfegruppen zusammenschließen und sich der Pflege widmen.
  • Zuschuss zur privaten Pflegevorsorge - Pflege Bahr. Künftig soll Jeder der vorsorgt, mit 60 Euro jährlich, belohnt werden . Der Pflege Bahr hat jedoch sehr strenge Auflagen, sodass sich dieser für gesunde Menschen nicht lohnt (dies stellte Finanztest 05/2013 fest).