Pflegelexikon - Wichtige Pflegebegriffe werden hier beschrieben

 

 

Aktivitäten des täglichen (=Daily) Lebens (ADL) / ATL

Hierbei wird zwischen 12 Aktivitäten des täglichen Lebens unterschieden, dazu gehört z. B. Atmen, Bewegen, Essen, etc. - vor allem Pflegerentenversicherungen bieten diese Einstufungsmöglichkeit an. Werden bestimmte Aktivitäten des täglichen Lebens nicht mehr regelmäßig möglich, so erfolgt nach einem Punktesystem die Einstufung in eine Pflegestufe. Diese Einstufung wird nicht vom med. Dienst der Krankenkassen durchgeführt sondern von einem Arzt / Amtsarzt.

 

Ambulante Pflege

Unter einer ambulanten Pflege versteht man, dass die Pflege in der häuslichen Umgebung der Pflegeperson stattfindet. Die ambulante Pflege kann ein Pflegedienst oder auch eine Laienkraft, z. B. Pflegeperson als Angehöriger durchführen.

 

Behandlungspflege

Als Behandlungspflege wird  eine Tätigkeit verstanden, wo auf ärztliche Anordnung Pflegekräfte aus dem Bereich Krankenpflege / Altenpflege Leistungen erbringen. Dazu gehören z. B. Wundversorgung, Verbandswechsel, Medikamentengabe, Blutdruckmessung, Blutzucker Messung, etc. Eine Behandlungspflege erfolgt in der Regel ambulant, kann aber auch stationär erfolgen.

 

Behinderungsgrad (GdB)

Ein Behinderungsgrad oder ein Grad der Behinderung zeigt an, welche Einschränkungen die Person auf das tägliche Leben hat. Ein Behinderungsgrad wird durch einen Antrag beim Versorgungsamt festgestellt und begutachtet. Eine Schwerbehinderung liegt ab einen GdB von 50 vor. Zu dem Behinderungsgrad kann noch ein Zeichen gesetzt werden, z. B. G für Gehbehindert.

 

Betreutes Wohnen

Im Unterschied zu einem Pflegeheim, hat eine Person im betreuten Wohnen noch seine eigene Wohnung und kann jeder Zeit selbst entscheiden was er tut. Ziel des betreuten Wohnens ist es, dass gerade pflegebedürftige Menschen noch eine eigene und selbstständige Lebensweise führen können. Häufig sind betreute Wohnungen in oder in der Nähe von einer therapeutischen Einrichtung. Ein gewerblicher Anbieter übernimmt z. B. den Einkauf gegen Entgelt; auch wird ein besonderer Service z. B. Reinigung, Notruf, etc. geboten.

 

Chronische Krankheiten

Eine chronische Krankheit ist eine Krankheit, welche dauerhaft besteht und behandelt wird. Auch ist eine ärztliche Kontrolle regelmäßig notwendig. Von einer chronischen Erkrankung spricht man immer dann, wenn der Verlauf mind. vier Wochen oder länger dauert und das eine dauerhafte Schädigung des Körpers zur Folge hat. Kann die Krankheitsursache nicht beseitigt werden bzw. eine Ausheilung der Krankheit ist nicht möglich, gilt diese als chronisch. z. B. Asthma, Diabetes Mellitus, Multiple Sklerose, Rheuma, Morbus Chron, Alzheimer, usw.

 

Demenz

Eine Demenz wird als ein Defizit des Bewusstsein, der Emotionen sowie der Sozialkompetenz beschrieben. Heute geht man davon aus, dass die Diagnose aufgrund einer Erkrankung im Gehirn hervorgeht und unheilbar ist. Vor allem das Kurzzeitgedächtnis sowie die Sprache und Motorik sind am häufigsten Betroffen. In vielen Fällen ist die Demenz eine Folge der Alzheimer-Krankheit und eine der häufigsten Ursachen für die Pflegebedürftigkeit.

 

Embolie

Bezeichnet den Verschluss eines Blutgefäßes das von einem Blutgerinnsel oder Fetttropfen verursacht wird.  Dies kann zu einer Lungenembolie, Schlaganfall oder einer Thrombose führen. Häufig führen Erkrankungen am Herzen, Vorhofflimmern, Herzinfarkt oder rheumatische Erkrankungen zu einer Embolie. In manchen Fällen führt dies zum Tod oder häufiger zu einer dauerhaften Pflegebedürftigkeit.

 

Familienhelfer für Altersverwirrte

1999 wurde die neue Berufsverzeichnung eingeführt und hat eine Abkürzung: FfA. Ein Familienhelfer unterstützt Angehörige in Familien, welche Pflegende eines Demenzerkrankten sind. Diese Menschen arbeiten entweder in Sozialstationen oder helfen in privaten Haushalten gegen ein Entgelt. Sie können die pflegenden Angehörigen gut entlasten. Die Finanzierung der Familienhelfer muss in der Regel selbst übernommen werden.

 

Geriatrie

Ist der Fachbegriff für die Altersheilkunde oder Altersheilmedizin. Hierbei handelt es sich um die Lehre von alternden Menschen. Der Begriff ist von Gerontologie - Altersforschung abgeleitet und befasst sich wissenschaftlich mit dem Altern.

 

Grundpflege

Die Grundpflege sind wiederkehrende Pflegeleistungen, welche die Körperpflege, Ernährung und die Mobilität betreffen.

 

Hausnotruf

Hierbei handelt es sich um eine Telefontechnik, welche mit einer Sozialstation, Altenheim oder anderen Einrichtungen verbunden ist. In der Regel hat die Pflegeperson um den Hals oder am Arm einen "Knopf" (den Notrufknopf), welcher per Funk mit dem Telefon verbunden ist. Im Notfall kann dieser gedrückt werden und der Pflegedienst kann schnell nach der Pflegeperson schauen. Eine solche sinnvolle Maßnahme hilft gerade alten Menschen, wenn sie zu Hause gestürzt sind oder sich in einer anderen Notlage befinden.

 

Immobilität

Immobilität bedeutet, dass Menschen hauptsächlich ans Bett gebunden sind (Bettlägerigkeit). Aufgrund einer Bewegungseinschränkung oder einer Körper-/geistigen Behinderung können diese nicht mehr aufstehen.

 

Inkontinenz

Wird der Stuhl oder der Urin nicht mehr rechtzeitig zur Toilette gebracht, dann spricht man von einer Inkontinenz. Verantwortlich dafür sind meist bestimmte Krankheiten oder eine Demenz.

 

Intensivpflege

Gehört zur Krankenpflege und hat häufig die Notwendigkeit bei schwerem Organfehler (z. B. Herzfunktion, Lungenfunktion, Nierenfunktionen, etc.), das der Patient auf die Intensivstation gebracht werden muss. Hier wird intensiv gepflegt und mit Hilfe von Maschinen können Patienten z. B. künstlich beatmet werden.

 

Kurzzeitpflege

Bedeutet das Menschen, welche z. B. nach einen Unfall oder Krankheit das Krankenhaus verlassen haben für kurze Zeit, maximal vier Wochen, gepflegt werden. Dadurch sollen die Angehörigen entlastet werden. Die Kosten werden zum Teil durch die Pflegekasse übernommen, die Restkosten übernehmen die Angehörigen oder die Pflegebedürftigen selbst.

 

Leberzirrhose

Entsteht häufig nach einer Infektion mit dem Hepatitis B oder C Virus oder durch übermäßigen Alkoholkonsum (die Leber wird langsam zerstört). Der Krankheitsverlauf verläuft langsam über Jahre bis Jahrzehnte hinweg.

 

Metabolisches Syndrom

Wird häufig durch einen ungesunden Lebensstil verursacht und begünstigt die Erkrankung von schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes Mellitus Typ 2. Ein Mangel an Bewegung und ungesunde Ernährung sowie Fettleibigkeit führen zu schweren Störungen des Glukosestoffwechsel, des Fettstoffwechsel, Bluthochdruck und starkem Übergewicht.

 

Morbus Crohn

Dabei handelt es sich um eine chronische entzündliche Darmerkrankung. Der Krankheitsverlauf entwickelt sich schon in jungen Jahren.

 

Multiple Sklerose

Die Krankheit schädigt das zentrale Nervensystem, welches mit einer chronischen Entzündung einher geht. Die Krankheit verläuft in Schüben und beginnt meist in jungen Jahren. Die Ursachen sind bis heute ungeklärt. Mit Medikamenten wird versucht die Schübe aufzuschieben, was manchmal gelingt.

 

Nachtpflege

Es handelt sich um eine Einrichtung bei der Angehörige ihre Pflegebedürftigen über Nacht betreuen lassen können. Dies entlastet sie und wird meist vor einer vollstationären Unterbringung genutzt. Gerade während der Schlafenszeit kostet es den Angehörigen viel Kraft, welche für den Tag benötigt wird.

 

Osteoporose

Dabei handelt es sich um eine Alterserkrankung der Knochen, die häufig zu Brüchen oder Frakturen, aufgrund des Knochenschwundes führt und deswegen auch so bezeichnet wird. Dabei nimmt die Knochendichte rapide ab. Zur Vorbeugung hilft die Zugabe von Vitamin D, welches von älteren Menschen über die Haut nicht mehr so gut aufgenommen werden kann. Ein Abschluss einer Pflegezusatzversicherung wird dadurch erschwert.

 

Palliativmedizin

Ist ein Patient unheilbar und der tödliche Verlauf einer Krankheit scheint sicher, werden keine weiteren lebensverlängernden Maßnahmen mehr durchgeführt. Damit der Patient jedoch noch ein angenehmes Leben hat, wird eine ganz gezielte "Schmerztherapie" durchgeführt.

 

Patientenverfügung

Hierbei legt der Patient schriftlich fest (am besten vom Notar beglaubigt), was im Falle einer tödlichen Erkrankung mit ihm passiert (z. B. keine lebensverlängernden Maßnahmen). Da in bestimmten Situationen der Patient nicht mehr selbst entscheiden kann, wird auf diese Verfügung zurückgegriffen.

 

Pflegebedürftigkeit

Personen, die laut Gesetz voraussichtlich mind. 6 Monate lang, wegen einer Krankheit oder Behinderung, Ihre normalen Aktivitäten des Lebens nicht mehr durchführen können und Hilfe benötigen.

 

Pflegegeld

Im Pflegefall kann man selbst entscheiden, ob über eine Pflegesachleistung (Pflegedienst) oder lieber von Angehörigen gepflegt werden will. Bei Pflege durch Angehörige erhält man ein Pflegegeld, welches wesentlich geringer ist als eine Pflegesachleistung.

 

Pflegekassen / Pflegeversicherung

Pflegekassen sind Träger der gesetzlichen Pflegeversicherung und in die gesetzlichen Krankenkassen eingegliedert. Jeder Mensch, der privat oder gesetzlich versichert ist, ist gleichzeitig pflegeversichert und hat somit ein Anrecht auf Leistungen aus der Pflegekasse. Die privaten Krankenversicherungen führen private Pflegeversicherungen. Die Leistungen sind jedoch mit der Pflegekasse gleich.

 

Pflegestufe

Die Pflegebedürftigkeit wird je nach Schwere der Pflege zwischen Pflegestufe 0 - 4 (3 Plus Härtefälle) unterteilt. Durch eine Begutachtung des med. Dienstes oder Mediprof (private Pflegeversicherungen) wird die Pflegestufe festgelegt. Der Leistungsumfang hängt von der Art der Pflege ab, wo diese durchgeführt wird und welche Pflegestufe festgesetzt worden ist.

 

Pflegestützpunkt

In der Pflegereform 2008 wurden für Angehörige "Pflegestützpunkte" errichtet, welche Auskunft über die Pflege geben, bei der Beantragung von Leistungen helfen und Weiterbildungsmaßnahmen für Angehörige regeln.

 

Rollator

Ist eine Gehhilfe auf Rädern und gibt älteren Menschen, welche Probleme beim Laufen haben Sicherheit und gleichzeitig unterstützt er die Fortbewegung (sich alleine weiterhin bewegen zu können). Er bietet die Möglichkeit sich darauf zu setzen und sich auszuruhen. Eine gute Alternative für "Gehstöcke". Die Anschaffung kann über eine Pflegekasse beantragt werden (Zuzahlung notwendig) oder kann selbst erworben werden.

 

Schlaganfall

Durch eine Hirnblutung oder Blutgerinnsel verursacht die Krankheit eine dauerhafte Behinderung und damit meistens eine Pflegebedürftigkeit. Es gibt verschiedene Arten von Schlaganfällen. Je schneller die Diagnose gestellt wird und erste Maßnahmen ergriffen werden, desto besser sind die Chancen auf Heilung.

 

Stationäre Pflege

Ist eine Versorgungseinrichtung für pflegebedürftige Menschen, welche 24-Stunden Hilfe benötigen (Angehöriger kann bei einer ambulanten Pflege nicht helfen oder es liegt eine Demenz vor).

 

Tagespflege

Der Angehörige wird bei der Tagesarbeit entlastet oder kann die pflegebedürftige Person in eine Tageseinrichtung geben. Sehr häufig werden Demenzkranke stundenweise betreut (damit werden berufstätige Menschen z. B. entlastet).

 

Thrombus / Thrombose

Es handelt sich um ein Blutgerinnsel, welches sich durch eine Ablagerung in einer Vene oder Arterie bildet und die Blutbahn ganz oder teilweise verschließen kann. Im schlimmsten Fall kann es zum Absterben eines Beines (häufig sind die Beine betroffen) führen. Bewegung ist eine gute Vorbeugemöglichkeit.

 

Vorhofflimmern

Dabei handelt es sich um eine dauerhafte oder vorübergehende Herzrhythmusstörung.

 

Wohngruppen

Wie bei einer WG, teilen sich ältere und pflegebedürftige Menschen eine Wohnung. Eine Überwachung und Pflege wird von Wohlfahrtsverbänden durchgeführt. Die Wohngruppen werden mit der neuen Pflegereform finanziell gefördert.